Schule

Für das Leben lernen wir!

KW · 04.08.2019

Wird die Schule dieser Aussage heute noch gerecht? Den Sinn für den Lernstoff zu sehen unterstützt die Lernmotivation.
Aber was zahlt auf das Ziel gesteigerte Lernmotivation ein? Hausaufgaben weg, neue Fächer, die Privatschule oder
digitale Lernhilfen? Fragen, die für uns Anlass sind, einzelne Themen aufzugreifen.

Ob Hausaufgaben noch zeitgemäß sind, wird immer wieder diskutiert. Die Befürworter sehen in ihnen den Sinn, den Schulstoff zu vertiefen und zu wiederholen, um ihn richtig zu verstehen. Hausaufgaben erziehen außerdem SchülerInnen zur Selbstständigkeit und Arbeitsorganisation. Die Gegner von Hausaufgaben argumentieren dagegen, dass Kinder und Jugendliche auch Zeit zum Spielen, Träumen und Ausprobieren für ihre Entwicklung brauchen, die durch die Hausaufgabenzeit reduziert wird. Da Hausaufgaben zu Streit in den Familien führen können, setzen sie sie auch schon mal mit Hausfriedensbruch gleich. Egal ob pro oder contra Hausaufgaben, solange es sie gibt, wäre zumindest eine Differenzierung, angepasst an den Lernstand des Kindes, motivierender und effektiver. Mit dem Einzug der Digitalisierung in die Schulen könnten individuelle Lernpläne einfacher umsetzbar sein. Neben dem Sinn von Hausaufgaben werden auch Lehrpläne auf ihre Aktualität hinterfragt. Fächer, deren Nutzen unklar ist, können die Lernmotivation bremsen. Die Gesellschaft wird in immer schnelleren Zyklen mit neuem Wissen und Herausforderungen konfrontiert, auf die natürlich auch die Schule reagieren soll. Eine der größten Herausforderungen stellt die zunehmende Digitalisierung des Alltags und der Arbeitswelt dar. Was soll und kann die Schule hier leisten und was ist Bestandteil der elterlichen Erziehung? Medienkompetenz, Umgang mit sozialen Medien, Programmieren sind die Schlagworte, die dann schnell fallen. Programmieren etwa, ist in Großbritannien und Estland ein Standardfach. Angela Merkel selbst sagte 2016 in Berlin: „Ich glaube, dass die Fähigkeit zum Programmieren eine der Basisfähigkeiten von jungen Menschen wird.“ Neben neuen Fächern aus dem Bereich der Digitalisierung, werden auch andere Fächer diskutiert, etwa „Gesunde Ernährung“ – eine Forderung der Bundesärztekammer – und „Glück“. Angesichts von steigenden Zahlen von übergewichtigen Kindern und der Zunahme von Depressionen bei SchülerInnnen nachvollziehbar. Ansätze für diese Fächer gibt es bereits. Das Fach „Glück“ existiert an mehr als 30 Schulen. Es soll Freude am Leben und an Leistung vermitteln. Neben diesen Fächern wünschen sich viele auch Angebote zu weiteren Sprachen, wie Chinesisch, oder das Vermitteln von wirtschaftlichen Kenntnissen und Alltagskompetenzen. Kaum ein Schüler weiß mit Verlassen der Schule, wie er eine Steuererklärung ausfüllt, Geld gewinnbringend anlegt oder einen Vertrag abschließt. Das Fach Wirtschaft existiert bereits als Pflichtfach in Bayern und Baden-Württemberg. Dort werden aber keine Fähigkeiten im Umgang mit Steuern oder Verträgen gelehrt. Hier sehen die Schulen die Eltern in der Verantwortung. Forderungen nach neuen Fächern werfen generell das Problem einer Überfrachtung des Lehrplans und des Mangels an geeignetem Lehrpersonal auf. Eltern, die von dem schulischen Angebot vor Ort nicht überzeugt sind, informieren sich auch über Privatschulen, die beim Fächerangebot mehr Spielraum haben. Privatschulen sind Schulen in nichtstaatlicher Trägerschaft. Sie werden unterschieden in solche mit privater Trägerschaft und solche in freier Trägerschaft. Zu letzteren zählen beispielweise kirchliche Schulen, Waldorfschulen oder Montessorischulen. Einen guten Überblick über das Angebot bietet die Seite der Deutschen  Privatschulen Verbände (www.Privatschulen.de). Neben dem teils abweichenden Angebot zu staatlichen Schulen, erhoffen sich Eltern bei Privatschulen durch die kleineren Lerngruppen eine bessere Förderung und dadurch effizienteres Lernen. Dies gilt besonders dann, wenn Kinder schulische und/ oder soziale Probleme haben. Bei der Auswahl einer Privatschule sind Fragen nach der staatlichen Anerkennung des Abschlusses, der Vereinbarkeit des Schulkonzeptes mit der Persönlichkeit des Kindes und den eigenen Erziehungsvorstellungen hilfreich. Des Weiteren müssen alle Betroffenen,  Eltern und Kinder, überlegen, welche Vor-, aber auch Nachteile ein Schulwechsel mit sich bringen kann. Trotz interessanten Fächern, sinnvollen Hausaufgaben oder einer guten Schule, ist manchmal eine Unterstützung von außen beim effizienten Lernen von Nöten. Pädagogen raten bei Nachhilfe eher zu einer dosierten Unterstützung und nicht einer generellen, damit das Kind nicht das Vertrauen in die eigene Problemlösungsfähigkeit verliert und seine Freude am Lernen wiederfindet. Sinnvoll ist es daher vor der Wahl der Nachhilfeform, das Gespräch mit den Lehrkräften zu suchen, um den besten Weg aus der aktuellen Lernkrise zu finden. Manchmal helfen schon analoge oder digitale Lernhilfen (siehe Tippkasten), um den Anschluss wieder zu finden. Gerade Wissens- und Erklärvideos auf YouTube sind beliebt, da SchülerInnen denken, dass diese den Stoff besser und verständlicher erklären, als in der Schule. Die angesprochenen Themen zur Lernmotivation setzen immer voraus, dass Veränderungen hier nur etwas bewirken können, wenn die Basis für einen guten Lernort stimmt. Dazu gehören: Ausreichende Investitionen in Bildung seitens des Staates, damit genügend qualifiziertes Lehrpersonal und eine Lernumgebung da ist, die diesen Namen auch verdient. Eine zeitgemäße Ausstattung mit Lehrmaterialien  aber vor allem auch intakte und saubere Gebäude, sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Schule ist aber vor allem auch ein Ort, an dem viele Menschen miteinander im Kontakt sind. Durch das persönliche analoge Erleben dieser Gemeinschaft machen Kinder wertvolle Erfahrungen für ihr Leben. Kindern soziale Kompetenzen und Kulturfertigkeiten, wie handschriftliches Schreiben, Rechtschreibung und kulturelle Kenntnisse zu vermitteln, bleibt die Basis. Diese hilft dann nach der Schulzeit, sich im Leben zurecht zu finden. 

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