Es gibt Ratgeber, die beruhigen. Und es gibt solche, die mitten ins reale Familienleben greifen – dahin, wo Diskussionen über Bildschirmzeit, TikTok-Verbote und „Aber alle anderen dürfen das!“ stattfinden.
Diese Autorin hat sich für die zweite Variante entschieden und schafft es, die digitale Welt nicht als Bedrohung zu erklären, sondern als Realität, in der Kinder aufwachsen – und in der Eltern Orientierung geben müssen, auch wenn sie selbst analog groß geworden sind. Mit Fallbeispielen, viel Fachwissen und einem spürbaren Verständnis für familiären Alltag zeigt sie, wie Medienkonsum wirkt: auf Bindung, Verhalten, Konzentration und emotionale Entwicklung. Dabei liefert das Buch keine starren Regeln, sondern Denk- und Gesprächsanlässe – und immer wieder den Hinweis, dass Beziehung wichtiger ist als Kontrolle. Es geht um Verantwortung, Klarheit und Vorbildrolle. Und um den Mut, Grenzen zu setzen und präsent zu sein.
Ein kluger Elternbegleiter für alle, die Medienerziehung nicht „irgendwie“, sondern verständnisvoll und souverän gestalten wollen. (Und für Jugendliche, die wissen wollen, warum Erwachsene ständig über „Bildschirmzeit“ reden, kann es ein echter Augenöffner sein.)
218 Seiten, 24 Euro
