Nachtleben
Museum Sinclair-Haus Löwengasse 15, 61348 Bad Homburg vor der Höhe
© Museum Sinclair Haus
Nachtleben
Die menschlichen Sinne sind für das Leben in der Dunkelheit wenig geeignet, so dass wir die Nacht eher meiden und sie mit künstlichem Licht erhellen. Doch die Dunkelheit in der Nacht ist für viele andere Tiere eine gewohnte, lebenswichtige Umgebung. In der Ausstellung wird die Dunkelheit als lebendiger Raum betrachtet, den wir mit anderen nachaktiven Tieren teilen. Die Kunstwerke, die von Skulpturen über Filme bis hin Installationen reichen, geben Einblicke, wie Menschen die Dunkelheit erleben und wie nachtaktive Tiere sie erfahren. Sie thematisiert, was uns die Dunkelheit schenkt, und regt dabei auch zum Nachdenken über die Folgen der Lichtverschmutzung an. Denn die Dunkelheit ist zu einer bedrohten Sinneslandschaft geworden. Eine Studie hat gezeigt, dass Kinder, die heute in einem Gebiet mit etwa 250 sichtbaren Sternen geboren werden, dort mit 18 Jahren nur noch etwa 100 Sterne erkennen können – sofern wir unseren Umgang mit künstlichem Licht nicht ändern.
Die Kunstwerke in dieser Ausstellung spüren der Lebendigkeit der nächtlichen Welt in drei Kapiteln nach. Von der Motte über den Waschbären bis zum nächtlichen Streifzug des Wolfs erkunden Künstler:innen im ersten Kapitel den Lebensraum nachtaktiver Tiere. Während in der Dunkelheit zahllose Tiere durch Landschaften und Städte streifen, schwirren, kriechen oder flattern, zeigt das zweite Kapitel den Menschen als Nachtschwärmer und seinen Einfluss auf die Umwelt. Ob zum Tanzen, zum Arbeiten, allein oder zu zweit – für alles außer den Schlaf braucht der Menschen Licht. Doch wie viel Licht brauchen wir wirklich? Inwieweit verändert es unseren Lebensrhythmus und den anderer Lebewesen? Und wo können wir mehr Dunkelheit zulassen? Im letzten Kapitel widmen sich die Künstler:innen den Sinneslandschaften und zeigen, dass Dunkelheit viel mehr als die Abwesenheit von Licht ist. Das Erleben von Dunkelheit schenkt uns Farbschattierungen, Töne und Gerüche, die wir nur im Dunkeln erleben, denn sie spricht unsere Sinne anders an als das Licht. Die Besucher:innen sind eingeladen, einem klanglichen und visuellen Geflecht aus Unterwassergeräuschen und biolumineszenten Organismen zu lauschen und einem Parfumduft in einem nächtlichen Wald nachzuspüren.
Abgerundet wird das "Nachtleben" durch ein abwechslungsreiches Begleitprogramm für Familien mit Mitmachstationen, einem Freiluft-Atelier und Führungen sowie einem Vortrag zum Thema Schlaflosigkeit.
Die Ausstellung kann vom 21. September 2025 bis zum 15. Februar 2026 besucht werden.
Eintritt: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre 4 Euro, Erwachsene 6 Euro, mittwochs Eintritt frei
Öffnungszeiten: Di - Fr 14 - 19 Uhr, Sa/So 10 - 18 Uhr, an Feiertagen abweichend
© Dana Sherwood

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