Schwangerschaft & Geburt

Schwanger – was zahlen die gesetzlichen Krankenkassen?

KW · 09.04.2018

„Ich bin schwanger und nicht krank!“ – Den Satz hat sicher jede schwangere Frau schon einmal gesagt. Allerdings rücken spätestens mit dem Beginn einer Schwangerschaft viele medizinische Themen in den Fokus. Da ist es für gesetzlich Krankenversicherte gut zu wissen, welche Leistungen sie in der Schwangerschaft von ihrer Krankenkasse erwarten kann.

Grundsätzlich sind alle Krankenkassen verpflichtet, für eine ausreichende medizinische Untersuchung und Beratung aufzukommen. Bei Schwangeren, die Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz beziehen, übernimmt das Sozialamt die Kosten.

Zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen gehören:

• Ärztliche Feststellung einer Schwangerschaft

• Befreiung von allen Zuzahlungen zu Medikamenten, Verbands-, Heil- und Hilfsmitteln, die in Bezug auf die Schwangerschaft verordnet werden.

• Vorsorgeuntersuchungen: Sowohl die große am Beginn der Schwangerschaft als auch die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

• Drei Ultraschalluntersuchungen• Tests auf HIV, Röteln und Schwangerschaftsdiabetes

• Versorgung während und nach der Geburt für Mutter und Kind

• Erste Untersuchung der Mutter noch in der ersten Woche nach der Entbindung und eine weitere innerhalb der ersten sechs Wochen danach.

Des Weiteren folgende Hebammenhilfen:

• Beratungen in der Schwangerschaft

• Vorsorgeuntersuchungen (soweit nicht von einer Ärztin oder einem Arzt vorgenommen)

• Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden oder Wehen• Geburtsvorbereitung (einzeln oder in Gruppen)

• Betreuung bei der Geburt (oder Fehlgeburt) im Krankenhaus, im Geburts-haus oder zu Hause

• Wochenbett-Betreuung bis zwölf Wochen nach der Geburt. Bis zum zehnten Tag nach der Geburt maximal 20 Hebammenbesuche. Danach bis zur zwölften Lebenswoche des Kindes bis zu 16-mal telefonisch oder durch einen Hausbesuch. Bei größeren Problemen mit dem Stillen, der Wundheilung von Dammverletzungen, einer verzögerten Rückbildung oder anderen Schwierigkeiten sind in diesem Zeitraum auch zusätzliche Hausbesuche möglich.

• Rückbildungsgymnastik

• Sollte das Kind nicht bei der leiblichen Mutter nach der Geburt versorgt werden – aufgrund von z.B. Pflegschaft oder Adoptionspflege – stehen ihm in dieser Zeit acht betreuende Besuche durch eine Hebamme zu.

Weitere Leistungen werden übernommen, wenn dies aus medizinischer Sicht notwendig ist und verordnet wird. Dazu kann auch eine Haushaltshilfe zählen, wenn Sie aufgrund Ihrer Schwangerschaft oder nach der Entbindung nicht in der Lage sind, den Haushalt zu führen und dies auch sonst keine in Ihrem Haushalt lebende Person übernehmen kann. Einige angebotene ärztliche Leistungen könnten zu den sogenannten IGEL-Leistungen gehören. Hier sollten Sie bei Interesse Ihre Krankenkasse fragen, ob diese vielleicht doch übernommen werden.

Fast jede gesetzliche Krankenkasse bietet zusätzliche Leistungen an, die über die Mutterschaftsrichtlinien hinaus gehen. Diese Richtlinien, Informationen zu zusätzlich angebotenen Leistungen der einzelnen gesetzlichen Krankenkassen sowie weitere Infos finden Sie hier:

• Mutterschaftsrichtlinien (im Original): www.g-ba.de/informationen/richtlinien/19/

• Lokale Informationen: www.schwangerinmeinerstadt.de

• Vergleich der Leistungen gesetzlicher Krankenkassen: www.krankenkassen.de/krankenkassen-vergleich/gesetzliche-krankenkassen/kinder

• Viele Informationen und Broschüren zum Herunterladen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung u.a. zu den Themen Kinderwunsch, Schwangerschaft, Pränataldiagnostik sowie „Vater werden“: www.familienplanung.de/service/broschueren-der-bzga/

Tags: Baby , Schwangerschaft

Kategorien: Aktuelles , Familie , Gesundheit